Lecture: Newton Harrison @ Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Berlin [20. Juli]

Lecture: Newton Harrison


132
20.
Juli
19:00 - 21:00

 Facebook-Veranstaltungen
Berliner Künstlerprogramm des DAAD
Oranienstrasse 161 daadgalerie, 10969 Berlin
Vortrag/ lecture:
Newton Harrison
„From the Topography of Terror to the Force Majeure“
Donnerstag, 20.7. 2017, 19 Uhr / 7pm
Sprache: Englisch/ language: English
Eintritt: frei/ Admisson free

Die Pioniere einer ökologischen Kunst Helen Mayer & Newton Harrison (geb. 1927 und 1932) reichten während ihres Aufenthalts in Berlin 1988 einen Vorschlag für eine Gedenkstätte ein, welche, ausgehend von dem Gelände des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors, Ökologie mit Erinnerungskultur verband. Der Entwurf legte einen sanften Eingriff in den damaligen Zustand des Geländes nahe, das von 1933 bis 1945 Gestapoamt und geheimes Gestapo-Gefängnis, SS und Reichssicherheitshauptamt sowie andere Institutionen beheimatet hatte, die wesentlich mit der Planung und Durchführung des nationalsozialistischen Terrors befasst waren. Der Vorschlag integrierte die vorhandene Ausstellung »Topographie des Terrors«, die anlässlich des 750jährigen Jubiläums der Stadt Berlin und der Ausstellung »Berlin Berlin« im Martin-Gropius-Bau konzipiert worden war, und sah vor, seit dem Krieg angehäuften Schutt zu verwenden. Die vorhandene »Trümmerflora«, die auf Bombenschutt gewachsene Pflanzenwelt, sollte sich ausbreiten dürfen und gleichzeitig so kultiviert werden, dass das Bild des gerade erst gewachsenen Neuen dauerhaft erhalten bliebe.

Das Künstlerpaar Helen Mayer Harrison und Newton Harrison spricht in seinem Vortrag über das damalige Projekt wie auch darüber, wie die Auseinandersetzung mit der Topographie des Terrors zukünftige, auch jüngste Projekte des Künstlerpaars beeinflusst hat.

Das seit 1970 gemeinsam aktive Künstlerpaar aus ehemals San Diego, inzwischen Santa Cruz, Kalifornien, stellt sich Fragen und Problemen der Ökologie, die zwischen Kunst, Wissenschaft, bioregionaler Planung und historischer Entwicklung langfristig angegangen werden. In Berlin beschäftigten sich die Harrisons Ende der 1980er Jahre u.a. mit einem der letzten natürlichen großräumigen Überschwemmungsgebiete um den Fluss Save im heutigen Slowenien und Kroatien, auch mit Blick auf industrielle Zerstörung von Feuchtgebieten z.B. in Kalifornien und an anderen Wirkungsorten der Harrisons. Die künstlerische Arbeit der Harrisons bezieht eine Vielzahl verschiedener Disziplinen ein. Sie betätigen sich als Historiker, Diplomaten, Ökologen, Forscher und Kunstaktivisten. Ihre Arbeit beinhaltet Lösungsvorschläge und öffentliche Debatten, sowie die Präsentation von Projekten mittels Karten, Modellen und anderen Dokumentationsformen im Kunstkontext.

2009 gründeten die Harrisons den „Center for the Study of the Force Majeure“ an der University of California, Santa Cruz. Der Center beschäftigt sich mit den Effekten der Erderwärmung und der Industrialisierung auf alle Planetensysteme. Im Zentrum der Forschung steht die Frage, welche Anpassungen an die veränderte Situation vorgenommen werden können. Das mehrteilige Projekt „Peninsula Europa“, das Newton Harrison in seinem Vortrag vorstellen wird, beschäftigt sich mit der konkreten Gefahr einer Dürre in Europa und schlägt unter anderem ein transeuropäisches Bewaldungskonzept vor, um Feuchtigkeit im Boden zu erhalten.

— daadgalerie Studio, Oranienstraße 161 10969 Berlin 1. OG
daadgalerie.de
theharrisonstudio.net/trummerflora-on-the-topographie-of-terrors
en.wikipedia.org/wiki/The_Harrison_Studio

— During their stay in Berlin in 1988, pioneers of ecological art Helen Mayer Harrison and Newton Harrison (born in 1927 and 1932) put forward a proposal for a memorial linking ecology with the culture of memory, based on the topography of terror site. The concept envisioned gently intervening in the state of the site at the time, which functioned from 1933 to 1945 as the headquarters for the Gestapo, a secret Gestapo prison, the SS leadership and other institutions directly involved in the planning and implementation of National Socialist terror. The proposal incorporated the existing Topography of Terror exhibition—conceived on the occasion of Berlin’s 750th anniversary as well as the exhibition Berlin Berlin at Martin-Gropius-Bau—and envisioned integrating the debris piles accumulated there since the war. The work proposed allowing existing “debris flora”—plant life growing out of bomb holes and debris—to spread and be simultaneously cultivated in such a way that the image of freshly sprouting new growth is always preserved.

In his talk, Newton Harrison will discuss the memorial proposal and how dealing with the Topography of Terror influenced subsequent as well as recent projects by the artist couple. Active together since 1970, the Harrisons, based for many years in San Diego and living today in Santa Cruz, California, are concerned with the questions and problems of ecology. Their long-term approach to these issues spans art, science, bioregional planning, and historical development. At the end of the 1980s in Berlin, the Harrisons focused on, among other subjects, one of the last natural, large-scale floodplains along the river Sava in today’s Slovenia and Croatia, with an eye also toward the industrial destruction of wetlands in California and at other sites the Harrisons have dealt with. The Harrisons’ artistic work involves a wide-range of different disciplines. They act as historians, diplomats, ecologists, researchers, and art activists. Their work includes proposals for solutions and public debates, as well as presenting projects using maps, models, and other forms of documentation within the art context.

In 2009, the Harrisons founded the Center for the Study of the Force Majeure at the University of California, Santa Cruz. The center examines the effects of global warming and industrialization on all planetary systems. The main focus of the research is identifying what aspects can be adapted to the changed situation of today. In his talk, Newton Harrison will present the multi-part Peninsula Europe project dealing with the genuine risk of drought in Europe, proposing, among other things, a trans-European forestry concept to preserve water content in the soil.

— Helen Mayer Harrison und Newton Harrison, geb. 1929 und 1932, leben in Santa Cruz, Kalifornien. Sie waren 1988 Gäste des Berliner
Künstlerprogramms des DAAD.

Foto Ausstellungsansicht «Parlament der Pflanzen», daadgalerie, 29.6.–30. 7. 2017
Helen Mayer Harrison & Newton Harrison
Trümmerfl ora
1989/2017
Digitaldrucke (Reproduktionen)
Foto: Jens Ziehe
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