Gespräch: Lubunca* mit Demet Demir @ Schwules Museum, Berlin [16. April]

Gespräch: Lubunca* mit Demet Demir


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16.
April
16:00 - 18:00

 Facebook-Veranstaltungen
Schwules Museum
Lützowstraße 73, 10785 Berlin
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„Gespräch mit Demet Demir“ (Türkisch mit deutscher Übersetzung)

„Ich will erzählen, wie es vor zwanzig Jahren war. Die Pioniere der türkischen LGBT-Bewegung kamen aus der Trans-Community. Als ich zum ersten Mal in der Gegend um den Taksim ausging, lernte ich Leute kennen, die so waren wie ich. Als ich gerade anfing, diesen Traum zu genießen, passierte der Staatsstreich vom 12. September. Der Militärputsch unterbrach unsere Leben. Zu dieser Zeit verdienten viele feminine Homosexuelle und Transpersonen ihren Lebensunterhalt als Sänger_innen auf der Bühne. Einige waren auch Sexarbeiter_innen. Die Räume für Transpersonen waren damals, wie auch schon vor den Achtzigern, sehr eingeschränkt. Es gab ein paar Clubs und Bars, und dann gab es noch die Abanoz-Straße, wo biologisch weibliche Personen und Transpersonen arbeiteten. Die Transpersonen hatten außerdem einige Straßenstriche in Harbiye übernommen und fingen an, sich von dort aus auszubreiten. Noch vor der Ülker-Straße hatten Transpersonen zum ersten Mal seit 1985 eigene Viertel gebildet. Zu dieser Zeit war es sogar möglich, Kunden in den Clubs oder auf der Straße zu finden. Später dann nahmen sie die Kunden mit nach Hause und diese Straße wurde ein offenes Bordell.“

Demet Demir ist eine türkische Aktivistin, die seit den 1980er Jahren für die Rechte von Transmenschen eintritt. Nach dem türkischen Militärputsch von 1980 wurde sie mehrfach inhaftiert und gefoltert. Sie war Teil des Kampfes um gesetzlich festgeschriebene Rechte für Transpersonen und trat 1999 bei den Kommunalwahlen als Kandidatin an. Demet gehörte zu den Verantwortlichen einer Bewegung für den Schutz und die Aufrechterhaltung des Ülker-Sokak, einem Viertel im Stadtzentrum von Istanbul, das Transgender, Schwule und Cis-Frauen als Sexarbeiter_innen beherbergte. Sie war außerdem aktiv an der Verbreitung von Lubunca* beteiligt, einem Trans-Slang, der dem Schutz der Menschen in Ülker Sokak dient. Lubunca* hat seine Wurzeln im Romani und im Griechischen und entstand aus der Notwendigkeit, die Gespräche rund um die Sexarbeit zu tarnen zu müssen. Während ihrer Zeit in Berlin verfasste Demet zusammen mit [ihren Freund_innen] Koray Yılmaz-Günay und Ulaş Yılmaz ein Lubunca-Wörterbuch, das mehr als 400 Wörter enthält. In der Ausstellung „ğ — queere Formen migrieren” findet sich ein QR-Code, der zu einer von Ulaş Yılmaz entwickelten Smartphone-App zu Demets Lexikonprojekt führt. Wir freuen uns, zusammen mit den Ausstellungsbesucher_innen die Form dieses historischen Slangs in die heutige digitale Umgebung migrieren zu können. Am 16. April wird Demet Demir einen biografischen Vortrag über Lubunca* halten. Der Vortrag wird auf Türkisch mit englischer Übersetzung stattfinden.

Die Gespräch ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung 'ğ — das weiche G — queere Formen migrieren'

„ğ – das weiche g“ wird unterstützt vom Regierenden Bürgermeister von Berlin –Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Weitere Informationen: schwulesmuseum.de

#dasweicheg #thesoftg

Eintritt:
4 EURO (Das Ticket ist nur für die jeweilige Veranstaltung gültig und berechtigt zum Eintritt in die Sonderausstellungen im Schwulen Museum*. Einlass ab 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung)

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“Talk with Demet Demir”

“My account of things goes back twenty years. The pioneers of the LGBT movement in Turkey were the trans community. I began seeing friends of my own kind as I went out around the Taksim area for the first time. Just as I was rejoicing in this dream, the 12 September coup d’état happened. The military coup interrupted our lives. At the time a lot of feminine homosexuals and trans individuals were making a living as singers on stage. Some were sex workers. The living spaces available for trans individuals were very limited in that period and also before the eighties; there were a few clubs or bars. There was also the Abanoz Street. Biologically female and trans individuals worked in this area. Trans individuals also began to capture some streetwalking areas in Harbiye and began expanding them. Before Ülker Street, for the first time in 1985, trans individuals began forming their first ghettos. Actually it was possible at the time to find customers in clubs or on the street. Afterwards they began to accept customers at home and that street became an open brothel.”

Demet Demir is a Turkish activist who has taken an active role in shaping trans rights since the 1980’s. She was jailed many times after the 1980 military coup in Turkey and was often subject to torture. Demet has been part of the fight for the legal rights of trans people in Turkey and was a local government candidate in the 1999 election. Demet was one of those responsible for the protection and upkeep of the Ülker Sokak movement, a ghetto in the center of Istanbul which housed transgender, gay and cis female sex workers. Demet used and spread a trans slang known as Labunca to the people of Ülker Sokak as a means of protection. Lubunca* has its roots in Romani and Greek, only emerging through the necessity of disguising dialog related to sex work. During Demets time in Berlin, she began to write a lexicon for Lubunca* slang and defined more than 400 words alongside friends Koray Yılmaz-Günay and Ulaş Yılmaz. Viewers of ‘ğ — queer forms migrate’ will encounter a QR code on one of the walls which will lead you to Demet’s lexicon project prepared as a smart phone application by Ulaş Yılmaz. We are sharing the joy of migrating the form of this historic slang into todays digital based social environment. On the 16th of April, Demet Demir will hold a speech about Lubunca* through her own personal history. The speech will be in Turkish with an English translation.

*The speech will be in Turkish with a German translation.

“ğ – the soft g” is supported by the Governing Mayor of Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Further information: schwulesmuseum.de

#dasweicheg #thesoftg

Admission:
4 EUR (The tickets are only valid for this event and allow access to the exhibitions at Schwules Museum*. Admission begins 30 Minutes prior)
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